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Aktuelles

15.11.2017: Im Rahmen regelmäßig stattfindender Gruppencoachings fand am 15. November 2017 ein Workshop mit Ansprechpartnerinnen der Pflegestützpunkte aus dem Kreis Germersheim statt. Christiane Scheib (Pflegestützpunkt Germersheim/ Kandel) und Stephanie Geiger (Pflegestützpunkt Rülzheim/ Bellheim) gaben umfassende Informationen zu den Aufgaben eines Pflegestützpunkts und rund um die Themen Pflegeversicherung, Pflege von Angehörigen und Selbstpflege für die Germersheimer Projektteilnehmer/innen.

Der Workshop bestand aus einem Vortrag, der durch praktische Beispiele veranschaulicht wurde. In der anschließenden Diskussionsrunde gingen die beiden Pflegeberaterinnen auf konkrete Fragen der Anwesenden ein. Dabei konnten die Teilnehmer/innen eine Orientierung bei unklaren Sachverhalten gewinnen, um eine bessere Balance zwischen Pflege, Sorge und Beruf zu finden.
Bereits am 4. Mai 2017 wurde der Kontakt zu den Pflegeberaterinnen beim „Runden Tisch“ in Rülzheim geknüpft, woraufhin sich Liliana Friedrich vom Projekt ‚schwer begabt‘ direkt mit Stephanie Geiger zum anschließenden Erfahrungsaustausch traf. Dabei lag die Idee nahe, einen Workshop für Teilnehmer/innen abzuhalten. Die beiden VFBB-Mitarbeiterinnen im Projekt ‚schwer begabt‘ Julia Röckel und Liliana Friedrich waren zusammen mit acht Teilnehmer/innen anwesend.

Inhalte des Workshops waren:

  • Pflegeversicherung Kurzüberblick
  • Informationen zum Unfallversicherungsschutz
  • Bessere Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf
  • Wer gilt als pflegebedürftig?
  • Das Begutachtungsinstrument
  • Verfahren zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit
  • Die Pflegegrade
  • Alltagsleben und soziale Kontakte
  • Unterstützung für Pflegepersonen 

Interessierte erhalten hier weitere Informationen zu den genannten Themen sowie Kontaktdaten zu den Ansprechpartnerinnen:

www.menschen-pflegen.de
www.kreis-germersheim.de

 

Bereits vor einiger Zeit durften wir, das Projektteam von "schwer-begabt", die Kolleginnen und Kollegen der Inklusionsinitiative Westpfalz kennenlernen, die in der Region Kaiserslautern-Pirmasens seit 1. Juni 2016 Menschen mit Behinderung in Arbeit vermitteln. Auf kollegialer Ebene fand ein reger Austausch statt, den die beiden Integrationsteams auch im Jahr 2018 weiterführen werden.

Nun freuen wir uns über einen Filmbeitrag des SWR über die erfolgreiche Arbeit der Inklusionsinitiative Westpfalz mit dem Titel "Menschen mit Behinderung im Job integrieren", der am 18. September 2017 ausgestrahlt wurde. Hier der Link zur Mediathek:

"Menschen mit Behinderung im Job integrieren"

Inklusive Sportangebote

Bildnachweis: © Stefan Schranz - pixabay

Inklusionslandkarte erweitert

Donnerstag, 09 November 2017

Wie viele andere Inklusionsprojekte ist auch "schwer-begabt" auf der Inklusionslandkarte eingetragen. Wer sich über Aktivitäten und Referenten rund ums Thema in der eigenen Region informieren möchte, findet zahlreiche Informationen und Angebote. Aktuell freuen wir uns über die Erweiterung um inklusive Sportangebote und verweisen gerne auf die Internetseite von Verena Bentele, der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung. Hier der Link zum ausführlichen Bericht:

"Inklusionslandkarte zeigt jetzt Sportangebote für Menschen mit und ohne Behinderung"

www.inklusionslandkarte.de

Projekt „schwer-begabt“ besucht Sozialkaufhaus Ludwigshafen

Bildnachweis: © B. Sitzenstuhl

Einkaufsmöglichkeit für kleines Geld bieten, Arbeitsplätze schaffen, Menschen am Arbeitsmarkt integrieren

Ludwigshafen, 21.9.2017: Er sieht sich selbst als leistungsfähigen und kreativen Mitarbeiter, der auf vielfältige berufliche Erfahrungen zurückblickt, spricht verschiedene Sprachen, hat jahrelang in Schweden gearbeitet. Als Schmerzpatient weiß Manfred Breidenbach aber auch, dass er sich zurückziehen muss und für mehrere Wochen ausfallen kann, wenn Schmerzattacken kommen. „Dafür haben die meisten Arbeitgeber wenig Verständnis“, berichtet der 49-Jährige über seine Erfahrungen. Seit Kurzem nimmt er am Projekt schwer-begabt teil. Auf unsere Frage, was ihm das Projekt bringe, berichtete er, durch die Coachings eine bessere Selbstreflektion zu erlangen. Denn die Sichtweisen Anderer stimmten oft  nicht mit den eigenen überein. Er lerne, sich in Vorstellungsgesprächen selbst besser zu präsentieren. „Wenn vom Coach beim Unternehmen schon Vorarbeit geleistet wurde, ist es eine ganz andere Gesprächsbasis“, erklärte Breidenbach. „Wenn mehr Arbeitgeber besser informiert wären, würden sie auch mehr Menschen mit Behinderung einstellen“, davon zeigte er sich überzeugt. Einen großen Vorteil sehe er deshalb auch in der Information und Akquise von Unternehmen, wie sie im Projekt geleistet werde.

Speyer, 24.8.2017: In der Region um die Südpfalz nennt man es „stärkenorientierte Förderung“, in der Westpfalz „Potenziale nutzen“. Zwei griffige Schlagworte, die das gleiche meinen: Menschen mit Behinderung unterstützen, begleiten und fördern, um ihnen die Teilhabe am Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Gleichzeitig den Weg in Unternehmen und Gesellschaft bahnen, der „inklusives arbeiten“ möglich macht.

Zum „Austausch auf Arbeitsebene“ trafen sich die beiden Projektteams des „Unternehmensberatungs- und Integrationsservice schwer-begabt“ und der „Inklusionsinitiative Westpfalz“ beim VFBB Speyer. 18 Fachleute begegneten sich also zu einem Gespräch auf Augenhöhe, um sich zu vernetzen und von gegenseitigen Erfahrungen zu profitieren.

Inklusionsprojekte Gruppenfoto 24082017 web

Bild: hinten von links: Tanja Gyarmaty und Markus Landua (BFB), Ursula Rosemann und Nieves Ramos-Mehnert (AAW), Carmen Biedermann (BA Landau), Angela Jakob (AAW), Ralf Schley, Katja Fothke, Pia Griebel (Ökumenisches Gemeinschaftswerk), Ronda Hofmeister (Heinrich Kimmle Stiftung), Christine Röller-Nessler (Zoar), Marc Haas (Heinrich Kimmle Stiftung), Anja Seepe (Zoar), Sophia Mahla (Heinrich Kimmle Stiftung)
Vorne von links: Anna Wambolt-Schreiner (VFBB), Thilo Clemens (Ökumenisches Gemeinschaftswerk), Liliana Friedrich (VFBB), Claudia Dürnberger (Zoar)

Manche Arbeitsweisen sind gleich, viele Prozesse ähnlich, einige Instrumente sind auch anders. Der Unternehmensberatungs- und Integrationsservice „schwer-begabt“ agiert in der Metropolregion Rhein-Neckar, hat bereits vielfältige Erfahrungswerte und kann schon auf das Projektende im März 2018 blicken. Die Inklusionsinitiative Westpfalz steht noch am Anfang und agiert in der strukturell schwächeren Region Kaiserslautern-Pirmasens. Berichtet aber von den schon jetzt entstandenen positiven Synergieeffekten der beteiligten Institutionen. Wie wichtig die Vernetzung solcher Projekte ist, weiß jeder der Anwesenden. Am Tisch sitzen also zwei interdisziplinäre Teams, bestehend aus Sozialarbeitern, Pädagogen, Betriebswirten, Handwerks- und Industriemeister, Personalmanager, sogar bis zur Kunsthistorikerin. Ihr Handlungsfeld liegt zwischen Beratung, Begleitung und Coaching der Teilnehmer bis zur Akquise potentieller Arbeitgeber und schließlich der passgenauen Vermittlung zum geeigneten Arbeitsplatz – mit allen erforderlichen Leistungen.

Dass die Teilnahme am Projekt auf Freiwilligkeit beruht, wirkt sich positiv auf die Motivation aus. Für die Fachbegleiter war dies zunächst neu, schafft aber einen besonderen Handlungsraum. Insgesamt wird die Projektarbeit als sehr abwechslungsreich und „spannend“ erlebt. Kein Tag ist gleich - darin sind sich alle einig.

Wie schnell sich gute Vernetzung auswirken kann, zeigt ein positiver Nebeneffekt des Treffens: im Gespräch verständigt man sich über einen Landauer Teilnehmer, der in die Westpfalz umzieht und direkt an einen der Ansprechpartner verwiesen werden kann. Umgekehrt zieht ein Westpfälzer Teilnehmer an die Deutsche Weinstraße und kann nun sofort mit seinem zuständigen Coach dort Kontakt aufnehmen. Das zeigt, dass zwei starke Teams Wegbereiter für „inklusives arbeiten“ in Rheinland-Pfalz sind.

Drei Beschäftigte und ihre Arbeitgeber zeigen beispielhaft, wie sie über schwer-begabt zusammen kamen und wie Inklusion im Betrieb gelingt
Der gleichberechtigte Zugang zum Arbeitsmarkt ist für Menschen mit Behinderungen wichtige Voraussetzung für die Teilhabe an einer inklusiven Gesellschaft. Um sich die Situation in der Praxis anzuschauen, machte der Landesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen, Matthias Rösch, vom 8. bis 11. August 2017 eine Sommerreise, die unter dem Motto „Inklusiv arbeiten“ stand. Auf dieser Reise besuchte er Menschen mit Behinderungen, die eine Arbeitsstelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gefunden haben, in ihren Betrieben. Er informierte sich auch über die Arbeit der Dienste, die sie dabei unterstützt haben. „Mit positiven Beispielen will ich weitere Betriebe und die Menschen mit Behinderungen überzeugen, dass die Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ein Gewinn für alle ist“, erläutert der Landesbehindertenbeauftragte. Am 8. und 9. August war er zunächst in Bitburg, Hachenburg und Westerburg unterwegs. Am 11. August, dem letzen Tag der Sommerreise des Landesbeauftragten Matthias Rösch, hatte das schwer-begabt-Team eine Tour zu Beschäftigten und ihren Arbeitgebern in der Pfalz geplant.
Leider musste der Landesbeauftragte an diesem Freitag aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen. In seinem Sinne fand die "Inklusionsreise" durch die Pfalz dennoch statt und führte das Team von schwer-begabt nach Bad Dürkheim, Landau und Speyer, wo es vor Ort mit den zuständigen lokalen Behindertenbeauftragten zusammentraf. 

1. Station der Inklusionstour: Sozialkaufhaus der Fa. FairTex, Bad Dürkheim
sozialkaufhaus janineZusammen mit Harald Krätschmer, dem Behindertenbeauftragten von Haßloch, begann die Reise im Sozialkaufhaus Bad Dürkheim. Die 27-jährige Janine arbeitet dort seit 1. April 2017 im Verkauf. Als Geschäftsführer der FairTex - Soziale Wiederverwertungs Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) mit Sitz in Nünschweiler betreibt Sascha Thomas  ein weiteres Second-Hand-Kaufhaus in Ludwigshafen. Je Standort sind etwa zehn Beschäftigte im Verkauf, Lager und der Warenabholung einsetzt, darunter Flüchtlinge und Ehrenamtliche. Mit 22 Jahren hatte Janine die Berufsreife erlangt und schließlich eine geförderte Ausbildung zur Verkäuferin absolviert, doch auch Jahre danach konnte sie keine Anstellung am ersten Arbeitsmarkt finden. Dank der intensiven Betreuung im Projekt schwer-begabt nahm Janine schrittweise eine positive Entwicklung, so dass sie sogar offen wurde für ein Probepraktikum im Bad Dürkheimer Betrieb. Sie erhielt eine Einweisung in das dortige Kassensystem und lernte, die Anfahrt zur Arbeitsstelle, was zunächst die größte Hürde darstellte und mit Unterstützung des Vaters gezielt eingeübt werden musste. Heute fährt Janine selbständig mit dem Bus zur Arbeit. In Kürze stehen Augenuntersuchungen in der Tübinger Uniklinik an. Die Testergebnisse werden zeigen, ob Janine evtl. den Führerschein machen kann. Das wäre ein weiterer Schritt für die 27-jährige auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit, der noch vor ein paar Monaten für sie undenkbar war. Unser Bild zeigt Janine, wie sie Kindern im Sozialkaufhaus Second-Hand-Spielzeug verkauft.

Benndorf pressegespraech Bad duerkheim web

Flagge Sozialkaufhaus web

Im Gespräch mit Redakteurin Julia Benndorf:
Markus Landua (Vermittler), 
Peter Humm (Integrationsamt Landau), 
Sascha Thomas (Geschäftsführer FairTex),
Janine, Barbara Kuhnt, Janines Vater
(nicht mit auf dem Bild: Franz Krätschmer, Behindertenbeauftragter Haßloch)


2. Station: "Club Behinderter und ihrer Freunde Südpfalz e. V." in Landau
Von großer Runde wurden wir beim CBF empfangen. Christian Dawo (Geschäftsführer), Dirk Bliemeister (erster Vorsitzender), Maik Leidner, (Behindertenbeauftragter der Stadt Landau), Sefanie Leitz und Ursula Rosemann vom AAW Landau saßen zusammen mit dem ehemaligen Teilnehmer Markus Dawo und weiteren Ansprechpartnern am Tisch. Während der Vorstellungsrunde lernten wir die Arbeitsbereiche des 500 Mitglieder starken Vereins kennen, der eng mit dem AAW Landau und dem Landesbeauftragten Matthias Rösch zusammen arbeitet. 2016 mit dem Landespreis für beispielhafte Beschäftigung schwerbehinderter Menschen ausgezeichnet, beschäftigt der CBF derzeit über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 14 Menschen mit Behinderung. Zahlen, auf die man beim CBF ebenso stolz ist wie auf das gute Miteinander. "Wir sind nicht nur Rollifahrer", erklärte der erste Vorsitzende, "bei uns ist jeder willkommen. Wir fördern gegenseitige Akzeptanz und Verständnis." 

Der heutige Mitarbeiter Markus Dawo kam zunächst mit gemischten Gefühlen ins Projekt schwer-begabt. "Schon wieder so eine Maßnahme - dann geh ich halt hin", so schilderte er seine Gedanken, als er vom Jobcenter eingeladen wurde. Nach eigenen Angaben dauerte es eine Weile, bis er feststellte, dass es hier wirklich um ihn als Menschen ging und sich schließlich einiges in seinem Leben zum Positiven veränderte. "Und heute bin ich hier und habe einen Job", sagte er und lachte. Der heute 58-jährige wurde jahrelang von Arbeitgebern mit dem Argument, er sei zu alt, abgelehnt. Dadurch hatte sich viel Frustration aufgebaut, beschrieb er seine damalige Situaiton. Seit 1. November 2016 arbeitet er nun schon im mobilen sozialen Dienst beim CBF Landau. Dieser bietet Fahrdienste für Menschen, die "bedürftig im Sinne der Beförderung" sind. Dort ist er zuständig für die Begleitung und Betreuung beim Ein- und Ausstieg sowie erforderliche Hilfestellungen während der Fahrt. Als Voraussetzung dafür hat er den Personenbeförderungsschein gemacht. Regelmäßig gibt es weitere Kurse für Mitarbeiter - etwa für den Umgang mit Epilepsie, Demenz, MS. "Alle Arbeitsverträge sind zunächst auf zwei Jahre befristet", erklärte der Geschäftsführer. "Aber es bestehen gute Übernahmechancen, in der Regel sind Mitarbeiter viele Jahre bei uns." Am Tisch war das gute Miteinander zwischen den "CBF-lern" zu spüren. Geschäftsführer Christian Dawo erklärte die Namensgleichheit mit seinem Mitarbeiter: "Wir sind Cousins aber beruflich sind wir tatsächlich erst über das Projekt schwer-begabt zusammen gekommen."  Maik Leidner betonte die Wichtigkeit solcher Projekte wie schwer-begabt für Menschen mit Behinderung und wünscht sich auch weiterhin mehr öffentliche Förderung. Es sei wichtig, gute Beispiele aufzuzeigen und andere Arbeitgeber damit zu ermutigen. Gerade durfte er selbst erleben, wie zwei Beschäftigte im städtischen Bauhof integriert werden konnten.

TN Dawo cbf Landau   cbf landau webBild 1: Markus Dawo

Bild 2  zeigt vorne v. l.: 
Maik Leidner (Behindertenbeauftragter der Stadt Landau),
Dirk Bliemeister (erster Vorsitzender CBF), 
Stefanie Leitz (AAW), Peter Humm (Integrationsamt Landau)
hinten v. l.: Liliana Friedrich (VFBB e. V.), Christian Dawo (Geschäftsführer CBF),  Markus Landua (BFB e. V.), Ursula Rosemann (AAW), Markus Dawo (Mitarbeiter) und sein Vorgesetzter Patrik Hess (Leiter mobiler sozialer Dienst).

3. Station: Sprachschule "Holfelder Languages" in Speyer
Gegen 12:30 trafen wir mit einer halben Stunde Verspätung  wir bei Holfelder Languages in Speyer ein, wo uns Mitarbeiterin Yulia Rents zusammen mit einer Praktikantin und Harald Nier, dem Behindertenbeauftragten des Landkreises Germersheim, bereits erwarteten. Yulia Rents stellte uns die Arbeitsweise der Sprachschule vor. Beruflich beschrieb sie die erste Begegnung mit ihrer heutigen Chefin als "Liebe auf den ersten Blick". Die 45-jährige studierte Kunsthistorikerin hatte jahrelange Erfahrung in der Reiseleitung und weiterhin eine Ausbildung zur Restauratorin in Russland gemacht. In Deutschland folgte eine weitere Ausbildung zur Steuerfachangestellten.

Holfelder rents schwarzmüller hummAls die Sprachschule eine Allround-Bürokraft suchte, hatte Vermittlerin Liliana Friedrich sofort ein gutes Gefühl. Obwohl Yulia Rents sich diese Tätigkeit zunächst nicht vorstellen konnte, war sie jederzeit offen für Neues. Sie hat einen Grad der Behinderung von 70 aufgrund einer Einschränkung des Hörvermögens, was man ihr im Gespräch nicht anmerkt. Dank zweier leistungsstarker Hörgeräte kommt sie am Arbeitsplatz gut zurecht. Nur wenn Fragen aus dem Nebenraum kommen ist das schwierig. Im Team weiß jeder, dass man sie immer direkt ansprechen muss. Wenn während eines Telefonats die Kaffee- oder Spülmaschine im Hintergrund läuft oder Verkehrslärm durch das offene Fenster dringt, empfindet sie das als störend, denn solche Hintergrundgeräusche beeinflussen ihr Hörvermögen deutlich. „Diese Geräusche muss man einfach so gut es geht vermeiden“, erklärt sie. Für reibungsloses Arbeiten benutzt Rents außerdem ein Spezialtelefon für hörbehinderte Menschen mit verstärktem Hörer- und Klingelton, optischem Signal und Vibrationsalarm. Mit gerade mal 80 Euro konnte ihr Arbeitsplatz optimal ausgestattet werden - den Investitionskosten für das Telefon. Um den Arbeitseinstieg schnellstmöglich zu gewährleisten, bezahlte der VFBB e. V. den Betrag aus Spendengelder. Derzeit übernimmt sie die Urlaubsvertretung für ihre Chefin Claire Holfelder, die sich gerade mit Kunden auf einer Sprachreise befindet und deshalb nicht anwesend sein konnte. Das zeigt, dass beide mittlerweile ein eingespieltes Team sind. Unser Bild zeigt v. l.: Yulia Rents, Praktikantin Tamara Schwarzmüller im Gespräch mit Peter Humm (Integrationsamt Landau).

4. Station: Abschlussgespräch mit Pressevertretern beim VFBB e. V. in Speyer
BA Landau gf konrad stephanDie intensivierte Beratung und Begleitung schwerbehinderter Menschen im Projekt schwer-begabt beschrieb Konrad Stephan, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Landau (Bild), als großen Gewinn für die Region. Mit der Zuteilung der 1,7 Millionen hohen Fördersumme des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (aus dem Ausgleichsfond) konnten seit April 2015, dem Projektstart, 80 Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt integriert werden. Weiterhin sei in den regionalen Betrieben ein stärkeres Bewusstsein für den Inklusionsgedanken geschaffen worden, was neben der Integration Arbeitssuchender ein wichtiges Projektziel war. Dank des Projekts konnte der durchschnittliche Jahresbestand arbeitsloser Menschen mit Schwerbehinderung gesenkt werden. "Zudem ist es uns gelungen, die Zahl der Abgänge in Erwerbstätigkeit auf einem konstant guten Niveau zu halten", so Stephan weiter. Laut Peter Humm vom Integrationsamt seien es gerade kleine und mittelständische Betriebe, die Inklusion unterstützten. Auf der Tour durch die Pfalz konnte er drei gute Beispiele erleben mit motivierten Beschäftigten und engagierten Arbeitgebern. Carmen Biedermann verwies abschließend auf weitere "gute Beispiele", die auf der Webpräsenz des Projektes unter www.schwer-begabt.de veröffentlicht wurden.

Abschlussgespraech inklusiv arbeiten web

 Bild 1: Abschlussgespräch mit Verantwortlichen und Pressevertretern in Speyer

Bild 2 v. l.: Doris Eberle (Geschäftsführerin VFBB e. V.), Konrad Stephan (Geschäftsführer operativ, Agentur für Arbeit Landau), Carmen Biedermann (Agentur für Arbeit Landau), Robert Schwartz (Jobcenter Landkreis Germersheim), Peter Humm (Integrationsamt Landau)

Fotos: © Beate Sitzenstuhl, VFBB


 

BA JC Eberle Humm

Dreharbeiten im Sozialkaufhaus Bad Dürkheim für die Landesschau Rheinland-Pfalz 

Am 9. August 2017 wurde in "SWR Aktuell Rheinland-Pfalz" ein kurzer Filmbeitrag über Janie W. ausgestrahlt, die über das Projekt schwer-begabt als Verkäuferin in das Bad Dürkheimer Second-Hand-Kaufhaus vermittelt wurde. Zusammen mit ihrem Arbeitgeber Sascha Thomas (Geschäftsführer FairTex Soziale Wiedervertung UG) und dem Coach und Vermittler Markus Landua vom BFB e. V. Grünstadt hat die 27-jährige ihren Weg zur beruflichen Integration erzählt.
Bis 9.8.2018 ist der Filmbeitrag noch in der SWR-Mediathek verfügbar: "Schwer begabt" vermittelt ins Arbeitsleben (Link)

Inklusion am Kindertag Grünstadt

Bildnachweis: @ BFB e. V.

Inklusion wie vom anderen Stern

Dienstag, 04 Juli 2017

Das Projekt „schwer-begabt.de“ etabliert sich und wird fester Bestandteil an der Deutschen Weinstraße. Nach den beiden großen Veranstaltungen, der Gesundheitstag am 06. Mai und das Inklusionsfest am 27. Mai folgte ein weiterer Höhepunkt in Grünstadt. „Barrieren abbauen“ - so lautete das Thema. Genau das setzt „schwer-begabt.de“, vertreten durch den Verein zur Beratung, Förderung und Bildung arbeitsloser Jugendlicher und Erwachsener (BFB e.V.), hier in der Pfalz um.

„Schwer-begabt.de“ nutzte die Gelegenheit des Fußgängerzonenfestes am 24. Juni 2017, weiter für das Thema Inklusion zu sensibilisieren. Grünstadt hatte an diesem Tag viel zu bieten. Im Weinstraßencenter fanden die Grünstadter Science-Fiction Tage statt. Gleichzeitig veranstaltete das Wirtschafts-Forum den jährlichen Kindertag mit Verkaufsaktionen und Miniflohmärkten, so dass der Andrang in der Fußgängerzone groß war. Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit dem Grünstadter Wirtschafts-Forum hatte dessen Geschäftsführer Uwe Bernard beim BFB e. V. angeregt, einen Informationsstand anzubieten. Diese Gelegenheit zum Kennenlernen und Austausch zwischen potentiellen Arbeitgebern und Kunden in entspanntem Rahmen hatte sich bereits bewährt. Im Auftrag der Agentur für Arbeit Landau sowie des Jobcenters Deutsche Weinstraße und gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales realisiert der BFB e.V. die Vermittlung arbeitsuchender Menschen mit Behinderung. Viele Arbeitgeber der Region hätten offene Arbeitsstellen ohne dieses Angebot nicht besetzen können.

„Wir erfahren viel Unterstützung und Ermutigung in unserer Arbeit, am wichtigsten ist jedoch ....

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